So war es für unsere Mädchen- Group 2014/15, oder ...

Das ALLES kann Mädchenschach ...

Auch nach unserer dritten Spielzeit innerhalb der 2. Frauen- Bundesliga, bleiben unsere Mädchen auf Bundesebene präsent. Dabei standen die Vorzeichen diesmal nicht so günstig, wie noch in der Vorsaison. Mit dem SV Holstein Quickborn und dem SV Horst- Emscher kamen 2 spielstarke Teams in die 2. FBL- West. Zudem rückte der SV Mülheim- Nord I, nach dem freiwilligen Abstieg aus der 1. Liga in die West- Staffel und auch der SK Doppelbauer Kiel verblieb in unserer Liga. Eine weitere neue Situation war die Umsetzung des Beschlusses, dass jedes Frauenteam ab Bundesebene nunmehr a Wettkampf 4 Gastspielerinnen einsetzen durfte. Eine Regelung, die aus unserer Sicht, einer positiven Mädchenschacharbeit in Deutschland nicht gerade förderlich ist und dennoch hatten wir auch uns darauf einzustellen und nutzen diesen Umstand auch für unsere jeweilige Aufstellung.

Wie die Spielzeiten zuvor, bestand unser Kader auch diesmal ausschließlich aus jungen Spielerinnen und unser Team ging mit einem Durchschnittsalter von 15,9 Jahren in die Saison 2014/15. Ziel war der Ligaerhalt um auch weiterhin an den kommenden Aufgaben zu wachsen.

Unser Team vor dem Ligastart:

Luise Diederichs (16 Jahre)

Annika Polert (17)

Carina Brandt (20)

Annika Evers (20)

Nathalie Wächter (14)

Inken Köhler (12)

Emily Rosmait (16)

Anna-Blume Giede (14)

Anna-Lena Schramm (16)

Luisa Janke (14)

Die ersten beiden Runden wurden in Delmenhorst gegen Quickborn (3:3) und den Frauen des Doppelbauer Kiel (1:5) gespielt. Ohne unserer Spitzenspielerin, Luise Diederichs, die zu diesen Runden in Süd- Afrika bei der Jugend- WM spielte, taten sich unsere Mädchen sehr schwer und gingen aus der 1. Doppelrunde als Tabellenletzte raus. Kein guter Start und dennoch viel Luft nach oben.

Unser 2. Wochenende spielten wir beim Aufsteiger SV Horst- Emscher. Der Spielsaal befand sich in einem Schloß und mit dem 3:3 gegen Horst- Emscher und dem überraschend hohen 5:1 gegen den SV Heiden, spielten unsere Mädchen wie kleine Königinnen. Lohn hierfür war Platz 5 nach 4 Spielen und ein Polster von 2 Teampunkten zu den Abstiegsplätzen.

Im Dezember folgte das Match gegen unsere Reispartnerinnen, dem Delmenhorster SK und Ziel war mindestens ein Remis um weiter im sicheren Mittelfeld zu verweilen. Daraus wurde nach ca 6 Stunden spannendem Kampf nichts und wir verloren knapp 2,5:3,5. Zwar verblieben wir auf Platz 5, aber der Abstand zum 1. Abstiegsplatz schmolz auf einen Brettpunkt zusammen.

Das 3. Doppelrunden- Wochenende versprach somit ganz viel Spannung hinsichtlich der Abstiegsfrage. Platz 1 war vor dem Saisonfinale fast sicher an den SK Doppelbauer Kiel vergeben. Ab dem SV Heiden (2. Platz) befanden sich alle Teams im Kampf um den Ligaerhalt. Neben Quickborn war unser Verein Ausrichter der letzten Runden und nach einem holprigen Start, gelang es am 1. Tag den SV Wattenscheid knapp und etwas glücklich mit 3,5:2,5 zu bezwingen. Ein wichtiger Sieg und bis auf einen, noch fehlenden halben Brettpunkt, war für uns der erneute Ligaerhalt gesichert. Ein wirklich schönes und befreiendes Gefühl für unser junges Team. Das finale Match war zugleich auch das Spiel um Platz 2, hinter den feststehenden Meisterinnen aus Kiel. Die Gegnerinnen waren die Frauen und Mädchen des SV Mülheim- Nord und auch diesmal wurde es sehr eng bevor mit 3,5:2,5 erneut ein knapper Gewinn für unsere Mädchen fest stand.

Zum Saisonschluß konnten wir uns über unsere bisher beste Platzierung und den VIZE- Titel der 2. Frauen- Bundesliga Staffel West freuen. Während wir dem SV Quickborn, aus unserem Bundesland, fest die Daumen gedrückt hatten für den Ligaerhalt (leider vergebens), gehen auch hier unsere Glückwünsche nach Kiel zur überlegenen Meisterschaft 2014/15.

Saisonfazit aus Sicht des TuRa SCHACH:

Unsere Spielerinnen sind auch 2014/15 weiter zusammen gewachsen und konnten mit guten Ergebnissen ihr weiteres gestiegenes Schachwissen nachweisen. Dies zeigte sich nicht immer nur unbedingt an zählbaren Punkten. Aber natürlich sind Brettergebnisse entscheident für die Spielausgänge und so freuen wir uns mit Emily Rosmait, die aus 7 Runden 5,5 Punkte erobern konnte. Ebenfalls fleißige "Sammlerinnen" waren Nathalie Wächter und Inken Köhler, die Beide 4 aus 7 erspielen konnten.

Nr.

Name

Alter

DWZ

Pkt

Sp.

%

1

Diederichs, Luise (G)

17

2000

3

5

60

2

Polert, Annika

18

1837

1

1

100

3

Brandt, Carina (G)

20

1827

6

25

4

Evers, Annika (G)

20

1816

½

7

7

5

Wächter, Nathalie (G)

15

1886

4

6

67

6

Köhler, Inken

13

1765

4

7

57

7

Rosmait, Emily

17

1830

7

79

9

Schramm, Anna-Lena

17

1410

1

1

100

10

Giede, Anna-Blume

14

1483

1

2

50

 

Stehend v. l.: Annika Evers, Anna-Lena Schramm, Inken Köhler, Nathalie Wächter,

Sitzend v. l.: Emily Rosmait und Luise Diederichs

WICHTIG für uns war jedoch nach dem Ende des Spieljahres, die Erkenntnis, dass unser junges Team sich weiter in der 2. Frauen- Bundesliga etablieren konnte. Wohin unser Weg in den nächsten Jahren führen könnte, ist noch nicht Gewiss, was jedoch sicher ist, ist der Fakt, dass TuRa SCHACH auch weiterhin jungen Spielerinnen die Chance geben möchte, als Team so hoch wie möglich zu spielen. Dabei bieten wir nicht nur Einsätze in unserem Team, sondern helfen auch dabei mittels Training und Turnierbetreuung die Mädchen weiter beim Schach zu halten. Zwar ist es natürlich einerseits ein Vorteil, dass unser Team noch jung und damit Entwicklungsfähig ist, allerdings ist es andererseits natürlich auch so, dass unsere jungen Spielerinnen in ihrer Lebensplanung noch am Anfang stehen und wir nicht vorhersehen können, wo die Reise bei unseren Mädchen zukünftig noch hingehen wird. Aus diesem Grund sind wir seit Jahren dabei bereits eine nächste Generation junger Mädchen an unser erstes Team heran zu führen. Ein erstes Sprungbrett für die Spielerinnen wird dabei wieder unser U 14w- Team sein, wo wir bisher seit 9 Jahren ununterbrochen auf Deutscher Ebene erfolgreich dabei sind. So wurden  Annika Polert, Anna-Lena Schramm, Inken Köhler und Luise Diederichs 2010 mit der U 14w Deutscher Meister und bereits 2009 konnte Platz 2 erobert werden. Weiter gelang es Anna-Blume Giede, Nathalie Wächter und Luisa Janke 2014 Deutsche VIZE in der U 14w zu werden. Mit Carina Brandt und Emily Rosmait waren zudem 2 weitere Spielerinnen mit ihrem Team bei der U 20w im Jahr 2013 sehr erfolgreich und eroberten bei der DVM U 20w Bronze.

Dabei ist "Schach für Mädchen" auch für unseren Verein kein Selbstläufer und es ist nicht selbstverständlich, dass jedes Jahr wieder neue spielstarke weibliche Talente in das Team hinein wachsen, aber dies führt bei TuRa SCHACH nicht dazu, dass wir darauf setzen würden "fertige" Spielerinnen, aus zum Beispiel Osteuropa, zu motivieren bei uns zu spielen.

Dies würde auch bedeuten, dass selbst wenn wir eines Tages es schaffen sollten, in die "Beletage" des nationalen Frauenschachs aufzusteigen, es so sein wird, dass dann zBsp. die Großmeisterinnen anderer Vereine unseren jungen Mädchen gegenüber sitzen werden und es dann mit Sicherheit nicht leicht haben sie zu bezwingen ;). Nicht nur wir sind gespannt, wie sich das Mädchenschach bei TuRa Harksheide weiter entwickeln wird, aber was jetzt schon sicher ist, ist die Tatsache, dass es sich immer lohnt Mädchenschach im Verein zu pflegen und zu hegen. Unsere Mädchen danken es uns mit viel Freude, Spaß und Lust auf Schach als Spiel und Sport.

Übrigens... dass erste Mal Wettkampfschach erlebten die meisten Spielerinnen unseres Teams beim "Schach auf dem Reiterhof". Ein Projekt was dieses Jahr sein 10 Jähriges feiert und wozu man auf der WEB http://www.maedchenschach.de/index.html  mehr erfährt.

Zum Abschluss geht unser Dank an unseren Hauptverein TuRa Harksheide von 1945, unseren Eltern und Fans, die gerade bei unserem Heim- Wochenende uns zahlreich unterstützten und unserem Sponsor "Wabfis- Schachschule", der uns vor allem finanziell half, die Saison erfolgreich zu bestehen.

 

Eberhard Schabel

TuRa SCHACH

www.tura-jugendschach.de