Abschlußbericht

Mädchenschach rockt die 2. Frauen- Bundesliga

Beim Frauen/Mädchenschach- Kongress wurde unter Anderem auch darüber diskutiert, wie es gelingen könnte junge Spielerinnen auf Dauer für Schach zu motivieren und so das Frauenschach Deutschland zu stärken. Seit ca 5 Jahren zeigt TuRa Harksheide Norderstedt dabei eine Möglichkeit wie es klappen könnte und eventuell ist unser Weg auch ein gangbarer Weg für andere Vereine, um so die noch vorhandene Lücke zwischen Frauenschach und Mädchenschach weiter zu schließen?!

Als reines Mädchenschach- Team spielte TuRa- Schach 2012/13 innerhalb der 2. Frauen- Bundesliga (West) mit und konnte durchaus für einige Überraschungen sorgen.

Dabei wunderten sich die meisten Spielerinnen der anderen Frauenteams schon darüber, dass es tatsächlich überwiegend kleine Mädchen waren, die sich ihnen gegenüber setzten und dabei durchaus schachlich gefallen konnten. Über die gesamte Saison war es zudem so, dass die spielerfahrenen Frauen es als sehr schön empfanden mit den Mädchen die Partien im Nachgang zu analysieren, auch wenn Diese verloren gegangen war und sich beeindruckt zeigten, wie viel Schachwissen bei den Mädchen schon vorhanden ist. Nicht unerwähnt darf hier bleiben, dass die jungen TuRa Spielerinnen im Jugendbereich Deutschlands nicht unbedingt zur deutschen Nachwuchsspitze im Mädchenschach gehören, mit Ausnahme von Luise Diederichs (15), als Team jedoch innerhalb der DVM- Konkurrenzen der U 14w schon Meister, Vizemeister und Bronzemedaillensieger (seit 2009) waren.

Die beiden „ältesten“ Spielerinnen unseres Teams,  die zum Einsatz kamen, waren gerade mal 19 Jahre (Annika Evers und Carina Brandt) und alle Anderen waren jünger als 15 Jahre. Während fehlende Spielroutine sicher ein nicht zu unterschätzender Nachteil war, entpuppte sich die unbekümmerte Spielweise der Jugendlichen als Vorteil gegenüber den etablierten Spielerinnen der Konkurrenz.

Im Frauenschach Deutschlands gibt und gab es schon viele Modelle um sportlich möglichst erfolgreich zu sein, dass Projekt von TuRa Harksheide ist jedoch derzeit noch einmalig im Frauenschach. Die Grundidee ist es mit einem reinen Mädchenteam die Lücke zwischen Jugendschach und Erwachsenenschach zu schließen. Natürlich spielen auch in anderen Vereinen Mädchen mit die jünger als 19 Jahre sind, allerdings finden diese sich zumeist an einem hinteren Brett innerhalb ihrer Vereins- Teams wieder.

Bei TuRa Harksheide spielten zu Saisonbeginn mit Luise Diederichs, Emily Rosmait und Anna-Lena Schramm, drei 14 Jährige Mädchen an den Brettern  1, 3 + 4 und konnten dabei gegen übermächtige Gegnerinnen gut dagegen halten. Am 5. Brett spielte mit der erst 11 Jährigen Inken Köhler die Jüngste im Team und konnte dabei mit 4 aus 7 überzeugen. Am 6. Brett wechselten sich die beiden 12 Jährigen Mädchen Luisa Janke und Anna-Blume Giede ab und kamen so zu 3 bzw 4 Einsätzen.

Nach einem holprigen und nervösen Beginn gegen das Frauenteam aus Quickborn, begannen die Mädchen schon ab Runde 2 gegen einen der Favoriten (Doppelbauer Kiel) zu kämpfen und waren knapp an einer Überraschung dran. In Heiden gab es neben einer sehr deutlichen Niederlage, gegen ein stark aufgestelltes Team aus Steinfurt, den ersten Matchsieg gegen in Bestbesetzung antretende Damen aus Heiden. Auch der Wettkampf mit dem späteren Aufsteiger aus Lehrte war nur vom Ergebnis her eine klare Angelegenheit für die Niedersächsinnen. Das letzte Saison- Wochenende brachte neben einer unglücklichen Niederlage gegen Mülheim- Nord II auch den 2. Wettkampfsieg, der jedoch nicht mehr ausreichend war um den Klassenerhalt zu schaffen. Nach einem Jahr 2. Frauen- Bundesliga werden die Mädchen in der kommenden Saison zwar wieder in der Regionalliga spielen, aber allein das Alter des Teams verspricht schon jetzt, dass es für die Mädchen des TuRa Schach nicht der letzte Auftritt innerhalb der Frauenbundesligen war.

Zum Abschluß bedanken wir uns bei den anderen Teams für die freundliche Aufnahme in den Kreis des Frauenschachs und beglückwünschen die Spielerinnen des SK Lehrte zum Aufstieg in die erste Liga!

 

Eberhard Schabel

TuRa Harksheide Norderstedt